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Geschichte der zivilen Luftfahrt

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Der Siegeszug der Etrich-Taube
 
Wiener Neustadt, 30. Juli 1909 - Erfolgreiche Flugzeugkonstruktionen entstammten um die Jahrhundertwende den Werken des am 25. Dezember 1879 in Trautenau in Böhmen geborenen Großindustriellen Igo Etrich. Schon dessen Vater Ignaz hatte sich mit Flugversuchen nach dem Prinzip des Lilienthal’schen Gleitfliegers beschäftigt. Igo Etrich wurde durch den Hamburger Naturwissenschaftler Professor Friedrich Ahlborn auf die ungewöhnliche Flugstabilität des Samens einer auf Java wachsenden Palmenart, der Zanonia macrocarpa, hingewiesen. Gemeinsam mit seinem Assistenten Franz Wels versuchte der junge Etrich, das Wesen dieser von der Natur vorgegebenen Flugeigenschaften zu ergründen. Sie fanden heraus, dass die von den an Tragflächen erinnernden Samenblättern abströmende Luft die Flächen in waagerechter Lage hält. Nach dem Vorbild des Zanonia-Samens bauten Etrich und Wels Gleitflieger-Modelle, deren Größe sie nach und nach steigerten.

Im Jahr 1906 konstruierten sie einen Flugapparat mit zwölf Metern Spannweite, der sich in der Luft ungewöhnlich ruhig verhielt. Bei ersten Flugversuchen legte er 250 Meter in 20 Metern Höhe zurück. Daraufhin statteten sie den Flieger mit einem Motor aus. Drei Jahre später gelang am 30. Juli 1909 in Wiener Neustadt der erste Start einer Etrich-Taube. Sie wurde von vielen Nachahmern in der ganzen Welt nachgebaut.

Am bekanntesten wurde die Taube bei dem Einsatz auf langen Streckenflügen quer durch Europa. Der Pilot Alfred Friedrich aus Bad Kissingen startete mit ihr am 4. September mit dem Meteorologen Hermann Elias in Berlin. Mit vier Zwischenlandungen in Hannover, Gelsenkirchen, Brüssel und Salle à Bruyère legten beide die Strecke nach Paris in zwölf Stunden und 20 Minuten zurück. Der Franzose Audemars flog im selben Jahr in der Gegenrichtung.

Literatur: Rudolf Metzler: So kam der Mensch aufs Flugzeug, Loewes Verlag Bayreuth, 1966

 
Bildhinweis: Die Etrich-Rumpler-Taube (Foto: Sammlung DEHLA)
 
rm
 
Weiterführende Informationen:
Alfred Friedrichs Fernflüge
 
 


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