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Geschichte der zivilen Luftfahrt

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Der erste Motorflug der Gebrüder Wright
 
Kitty Hawk, 17. Dezember 1903 - Die Brüder Orville und Wilbur Wright, die in einem Hinterhausschuppen in Dayton im US-Bundessaat Ohio Fahrräder bauten und reparierten, begannen im Herbst des Jahres 1900 zäh und systematisch ein Flugzeug mit einem am Bug angesetzten Höhenruder zu bauen. Praktischen Rat erbaten sie sich und erhielten ihn auch von Flugzeugbauern in aller Welt. Besonders schätzten sie Schriften von Otto Lilienthal in Berlin, die sie sich übersetzen ließen, mit dem sie aber nie persönlichen Kontakt aufnahmen. Als die Nachricht von dem tödlichen Unfall Lilienthals Dayton erreichte, wuchs der Tatendrang der Wright-Brüder, es dem Deutschen gleichzutun, noch mehr. Als geeigneten Übungsplatz wählten sie auf eine Empfehlung des Wetteramtes die Dünenlandschaft auf der langgezogenen Halbinsel von Kitty Hawk vor der Küste des US-Bundesstaats North Carolina. Bei ihren Gleitversuchen entschieden sie sich im Gegensatz zu dem Deutschen jedoch für eine liegende Stellung in ihrem Fluggerät. Das gewährte ihnen den Vorteil, die Hände frei für die Bedienung der Steuergeräte zu haben. Die Entwicklung einer Flügelverwindung zur Querlagensteuerung erhob die Brüder im Jahr 1901 über den technischen Leistungsstand der Lilienthal-Gleiter hinaus.

Mit ihrem von einem 90 Kilogramm schweren und 12 PS leistenden Motor angetriebenen „Flyer 3“, den sie in einer selbst gebauten Hütte unterstellten, wagten sie in den Dünen von Kill Devil Hill den Übergang vom Segel- zum Motorflug. Da die von einem Rollwagen auf Schienen gestartete Maschine nur über einen Platz für einen Piloten verfügte, warfen Orville und Wilbur eine Münze, die entscheiden sollte, wer als erster den Steuerknüppel in die Hand nahm. Der lebhaftere Orville gewann. Die Maschine wurde von einer Windböe etwa drei Meter in die Luft gehoben und beendete nach 12 Sekunden, 35 Meter von der Startschiene entfernt, den ersten Motorflug der Geschichte. Wilbur legte bei dem anschließenden zweiten Flug sogar 250 Meter innerhalb von 59 Sekunden zurück. An einem kleinen Hügel bäumte sich der Flyer jedoch auf und bohrte sich in den Erdboden. Dabei wurde das Ruder zerstört, der Rumpf nahm jedoch keinen Schaden. Erst ein Jahr später setzten sie ihre Flugversuche fort. Wilbur reiste auf drängende Einladungen hin mit dem „Flyer“ nach Europa, gewann dort viele Flugwettbewerbe. Er besuchte auch Berlin, wo er am Grab Lilienthals einen Gedenkkranz niederlegte.

Literatur: Fred C. Kelly: Die Gebrüder Wright, Gnamm Verlag Stuttgart, 1947

 
Bildhinweis: Flyer 3 der Gebrüder Wright (Foto: Smithsonian Inst.)
 
rm
 
 


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