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Geschichte der zivilen Luftfahrt

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Das Senkrechtstartprojekt VAK 191 B
 
Bremen, 5. August.1966 – Die Focke-Wulf-Werke in Bremen hatten Anfang der sechziger Jahre Überlegungen angestellt, das italienische Kampfflugzeug Fiat G 91 mit der Fähigkeit zum Senkrecht- und Kurzstart auszustatten. Ergebnis war das Projekt FW 1262, für das der Entwicklungsring Süd in München die Bezeichnung EK (für Erdkampfjäger) 421 wählte. Fiat Aviazione beteiligte sich mit dem Entwurf G 95/4. Die militärischen Auftraggeber entschieden sich für den Entwurf von Focke Wulf (vom 1. Januar 1964 an Vereinigte Flugtechnische Werke VFW), der sich durch das beste Verhältnis zwischen Gewicht und Treibstoffverbrauch auszeichnete.

Auf den Konstruktionstischen in Bremen entstand unter der Projektleitung von Professor Rolf Riccius ein einsitziger, senkrecht startender und landender gepfeilter Schulterdecker mit hoher Flächenbelastung, der für längere Flüge in Bodennähe ausgelegt war. Den Auftrieb sollte je ein Hubtriebwerk im vorderen und mittleren Rumpf sowie ein Marschtriebwerk mit Schwenkdüsen in der Rumpfmitte liefern. Um die Flugaufgaben praktisch simulieren zu können, wurde das Schwebegestell SG 1262 entwickelt. Nach 40 gefesselten Versuchen auf einer Teleskopsäule fand am 5. August 1966 der erste freie Flug mit dem Testpiloten Ludwig Obermeier statt. Es folgten rund 150 Flüge mit 14 verschiedenen Piloten.

Eine eindrucksvolle Demonstration der Flugleistungen war auf der Deutschen Luftfahrtschau 1968 in Hannover zu verfolgen. Als Antrieb wurde das Hub- und Schubtriebwerk RB 193-12 mit 4610 Kilopond Schub von Rolls Royce gewählt, an dem sich MAN Turbo (später MTU) beteiligte. Als Hubtriebwerke dienten zwei RB 162-81 mit je 2720 Kilopond Schub. Zur gleichen Zeit änderte die NATO ihre Strategie, so dass kein Bedarf für einen Senkrechtstarter mehr bestand. Dennoch wurden zwei Prototypen der VAK 191 fertiggestellt. Sie starteten am 10. September 1971 in Bremen und am 17. Februar 1972 in Manching zum Erstflug.

Literatur: Otto E. Papst: Kurzstarter und Senkrechtstarter, Bernhard & Graefe verlag Koblenz, 1984

 
Bildhinweis: VAK 191 B
 
rm
 
 


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