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Geschichte der zivilen Luftfahrt

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'Technosoph' Ludwig Bölkow
 
Ottobrunn, 28. November 1958 - Trotz der vielen Ideen und Erfindungen, die der am 30. Juni 1912 in Schwerin geborene Ludwig Bölkow in seinem 90jährigen Leben zum Durchbruch verhalf, sind erstaunlicherweise nur wenige Produkte mit seinem Namen verbunden: der viersitzige leichte Kabinentiefdecker Bölkow F 207, eine Weiterentwicklung eines Flugzeugs von Hanns Klemm und die im Firmenverbund der EADS weiterlebenden Hubschraubertypen Bo 105 und BK 117. Dem vielseitig tätigen Ingenieur, Denker und Propheten wurde schon in den frühen sechziger Jahren der Ehrentitel “Technosoph” verliehen, eine Formulierung, die auf den einflussreichen Münchner Luftfahrtjournalisten Paul Gross-Talmon zurückging.

Ludwig Bölkows Karriere begann als begeisterter Segelflieger, Praktikant in den Heinkelwerken von Warnemünde, Student des Maschinen- und Flugzeugbaus an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg und als Flugzeugbauer in Augsburg. Hier rückte er bald zum Gruppenleiter für Hochgeschwindigkeits-Aerodynamik auf. Schon bald gehörte er zum Konstruktionsteam des ersten Serien-Düsenjägers Me 262. Nach dem Krieg gründete er in Stuttgart ein Entwicklungsbüro, das sich rasch zu einer Ideenfabrik entwickelte. Die Bölkow-Entwicklungen KG verlegte er am 28. November 1958 nach Ottobrunn bei München, wo das Nachfolgeunternehmen EADS noch heute seinen Sitz hat. Um sein rasch wachsendes und gut verdienendes Unternehmen zu stärken, warb er erfolgreich um den Beitritt der französischen Nord Aviation . 1968 erfolgte die Fusion mit Messerschmitt und dem Hamburger Flugzeugbau zur Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH (MBB).

Airbus, Senkrechtstarter VJ 101, Tornado, Hubschrauber, Magnetschwebebahn, Satelliten, Sonden, Trägerraketen und das Raumlabor Spacelab – an der ganzen Entwicklung der modernen Luft- und Raumfahrttechnik war Bölkow beteiligt, als er 1977 das Steuer von MBB aus der Hand gab. Seither beschäftigt er sich mit zukünftigen Energiesystemen und gründete 1982 die Ludwig-Bölkow-Stiftung. Am 1. Januar 1978, als Ludwig Bölkow aus der von ihm gegründeten Firma ausschied, waren 400 Mitarbeiter auf eine Forschungsmannschaft von 24 000 Mann angewachsen. Das Entwicklungsunternehmen hatte sich in ein Entwicklungszentrum gewandelt.

MBB wurde am 19. Mai 1989 zusammen mit Dornier, dem Triebwerksunternehmen MTU und ausgegliederten Teilen der Daimler-Benz-Tochter AEG in die Deutsche Aerospace (DASA) eingegliedert, die später den neuen Namen Daimler Aerospace erhielt, bis sie zur EADS fusionierte.

Literatur: Kyrill von Gersdorff: Ludwig Bölkow und sein Werk, Bernhard & Graefe Verlag Bonn, 1992

 
Bildhinweis: Ludwig Bölkow
 
rm
 
Weiterführende Informationen:
Ludwig Bölkow : Vom Ingenieurbüro zum weltbekannten Technologie- und Innovationszentrum
 
 


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