geschichte.aeroBDLI







   mit freundlicher
   Unterstützung von: jets.com.ua:


Industriegeschichte

Übersicht >> Die deutsche Lufthansa >> Beitrag
 
Berlin – New York mit der FW 200 Condor
 
Berlin, 10. August 1938 - In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war man sich in der Luftfahrtbranche keineswegs einig darüber, ob das Landflugzeug oder das Flugboot das geeignete Verkehrsmittel für die Überquerung der Ozeane war. Die Entwicklung beschleunigte ein Gespräch zwischen dem Lufthansa-Direktor für Technik, Rudolf Stüssel, und dem Focke-Wulf-Konstrukteur Kurt Tank. Ergebnis war ein Entwicklungsauftrag für den viermotorigen Ganzmetall-Tiefdecker Focke-Wulf FW 200 Condor.

In einem atemberaubenden Arbeitstempo wurde sie fertiggestellt. Sie konnte schon am 27. Juli 1937 zu ihrem Erstflug starten. Mit dem Lufthansa-Piloten Diplom-Ingenieur Alfred Henke legte sie ein Jahr später, am 10. August 1938, die 6500 Kilometer lange Strecke zwischen Berlin und New York ohne Zwischenlandung zurück. Sie benötigte dafür 24 Stunden und 56 Minuten. Den Rückflug schaffte sie dank der vorherrschend westlichen Winde in 19 Stunden und 55 Minuten. Um ihr angestrebtes Ziel zu erreichen, hatte die Lufthansa vorher 28 Versuchsflüge mit dem vom Hamburger Flugzeugbau, einem Tochterunternehmen von Blohm & Voss, gebauten Schwimmerflugzeug Ha 139 unternommen.

Die mit Flugbooten operierende Konkurrenz, die britische Imperial Airways und die Air France, hatten es nur auf einige wenige Versuche gebracht. Über Hamburg und Glasgow führte der Kurs der Focke-Wulf FW 200 Condor in bescheidenen 2000 Metern Höhe und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 255 km/h über den Nordatlantik. Henkes Mannschaft landete nach knapp 25 Stunden auf dem Floyd-Bennet-Flughafen in New York. Die Lufthansa beantragte daraufhin bei der US-Regierung in Washington die Genehmigung für einen regelmäßigen Transatlantik-Verkehr. Das wurde jedoch abgelehnt, weil die USA die gegenseitigen Rechte mangels eines geeigneten Fluggeräts nicht in Anspruch nehmen konnten.

Literatur: Wolfgang Wagner: Der Konstrukteur Kurt Tank, Bernhard & Graefe Verlag München, 1980

 
Bildhinweis: Die FW 200 Condor
 
rm
 
Weiterführende Informationen:
Focke-Wulf in Bremen: Ente, Stieglitz, Condor
 
 


Suche  |  Impressum
Jet Sharing
 
prescription pain killers