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Industriegeschichte

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Rohrbach Metall-Flugzeugbau in Berlin: Das erste viermotorige Ganzmetall-Verkehrsflugzeug
 
Bevor Dr.-Ing. Adolf Rohrbach 1922 sein eigenes Konstruktionsbüro in Berlin gründete, hatte er sich bereits einen Namen beim Entwurf von Großflugzeugen gemacht. Sein besonderes Augenmerk galt zunehmend dem reinen Metallflugzeugbau, zu dessen wahrscheinlich wichtigstem Vorreiter er werden sollte. Zusammen mit Claude Dornier konstruierte er bis 1917 einige Großflugboote. Im Anschluss wechselte er ins Zeppelin-Werk Berlin-Staaken und wirkte dort am Entwurf und Bau von Riesenflugzeugen mit. Im Jahr 1918 entwarf er das erste viermotorige Ganzmetall-Großflugzeug, den Eindecker E4/20. Die richtungsweisende Verkehrsmaschine musste jedoch auf Befehl der interalliierten Kontrollkommission 1922 abgewrackt werden.

Um das über Deutschland verhängte Bauverbot zu umgehen, betrieb Rohrbach in Kopenhagen von 1923 bis 1927 die dänische Rohrbach-Metall-Aeroplan Co. A/S. Das erste der legendären Rohrbach-Metallflugboote, die hochseefähige Ro II entstand 1923. Rohrbachs Ganzmetallbauweise fand weltweite Beachtung als die Ro II 14 Weltrekorde aufstellte. Japan sowie England interessierten sich plötzlich für seine Konstruktionen und boten ihm eigene Aufträge an. Den größten kommerziellen Erfolg errang Rohrbach mit dem 1926 entstandenen Landflugzeug Ro VIII „Roland“, das die Lufthansa ab 1928 in größerer Stückzahl auf der schwierigen Alpenstrecke von München nach Mailand zuverlässig einsetzte.

Infolge der Weltwirtschaftskrise war Rohrbach 1931/32 gezwungen, seine Werkspforten zu schließen. Parallel dazu endete der Patentstreit mit Dornier, der angeblich die geschützte „Rohrbach Ganzmetallbauweise“ verletzt haben sollte, zu Rohrbachs Ungunsten. 1934 wurde die Rohrbach Metall-Flugzeugbau GmbH von der neu gegründeten Weserflugzeugbau GmbH mit Sitz in Lemwerder übernommen und Dr. Rohrbach blieb dort bis zu seinem Tode im Juli 1939 technischer Leiter.


 
wm
 
Weiterführende Informationen:
Das Großflugzeug Rohrbach Roland
 
 


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